Digitalpakt – was ein Akt!

Hallo Leute,

gerade ging die Meldung raus, dass die Länder der Grundgesetzänderung zur Lockerung des Kooperationsverbots zwischen Bund und Ländern in Sachen Bildung nicht zugestimmt haben. Ich hoffe wirklich sehr, dass Bund und Länder hier noch eine Einigung finden werden.

Den Digitalpakt nach langen, bis in die letzte Legislaturperiode reichenden Diskussionen scheitern zu lassen, ist die denkbar schlechteste Option für Bremerhaven und Bremen. Bremen würde vom Digitalpakt massiv profitieren, gerade in einem Bereich, der eine, wenn nicht DIE zentrale Herausforderung für die Bildungspolitik von Morgen ist. Die Schulen in Bremen und Bremerhaven brauchen die Mittel dringend, um sich für die Zukunft entsprechend aufzustellen. Ja, Bildung ist Ländersache. Und bleibt es auch. Aber den Digitalisierungsprozess im Bildungsbereich umzusetzen schaffen wir hier in Bremen nicht aus eigener Kraft bzw. nicht in der richtigen Geschwindigkeit. Und irgendwo ist es doch auch verständlich, dass der Bund eine Beteiligung der Länder fordert. Klar wird das ein Kraftakt, vor allem für finanzschwächere Bundesländer wie Bremen. Schade, dass an erster Stelle vor allem die Risiken gesehen und hervorgehoben werden. Welche Chancen der Digitalpakt bietet, gerät bei der Diskussion so richtig in den Hintergrund. Was wir definitiv jetzt nicht brauchen, ist eine Diskussion über das Pro und Contra des föderalistischen Systems. Es muss sich in der Digitalisierung unserer Schulen endlich was bewegen.

Von den 5 Milliarden Euro, die der Bund zur Verfügung stellt, könnte Bremen rund 10 Millionen Euro jährlich erhalten und müsste diesen Betrag aus eigenen Mitteln verdoppeln. Damit könnte eine technische Basis an den Schulen geschaffen werden. Tablets, PCs, (schnelleres) WLAN, Lernplattform für SchülerInnen und digitale Tafeln können angeschafft werden. Alles Hardware. Was mir in der Diskussion derzeit noch zu kurz kommt ist, wie die Hardware denn konkret in den Unterricht integriert werden soll. In der Regel steckt jede Schülerin und jeder Schüler seine Lehrkräfte „in die Tasche“, wenn es um die Handhabe der neuen Technologien geht. Lehrerinnen und Lehrer müssen intensiv geschult werden, nicht nur in ihrer Ausbildung, sondern fortlaufend, wie sie ihren Unterricht sinnvoll mit den neuen Mitteln gestalten und ergänzen können.

Die Ausarbeitung pädagogischer Konzepte zur Integration der digitalen Mittel ist und bleibt sowieso wieder Ländersache. Sicher sind die Bedingungen in jedem Bundesland unterschiedlich. Sicher bin ich mir aber auch, dass viele Länder den gleichen Herausforderungen gegenüberstehen. Ich plädiere dafür, einen länderübergreifenden Austausch zu bilden, um Wissen und Best Practice Beispiele zu teilen und um Konzepte zu erarbeiten. Die Details können sich ja von Bundesland zu Bundesland unterscheiden, aber der Rahmen sollte doch derselbe sein. Derzeit sieht es aber leider wieder danach aus, als ob alle ihr eigenes Süppchen kochen und sich vorhandene Synergien nicht zu Nutze machen wollen. Teamarbeit = 6. Setzen.

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