Eine neue Generation

Hallo Leute,

am Montag wurden acht unserer Azubis bei team neusta aus ihrem Auszubildenden-Dasein verabschiedet und als neue Mitarbeitende begrüßt. Wir konnten allen einen festen Arbeitsvertrag bieten. Andersrum gesehen … alle hatten Lust, im Unternehmen zu bleiben und erstmal zu arbeiten. Darüber freue ich mich sehr! Heute geht bereits die neue Azubi-Generation an den Start. Wir begrüßen 19 neue Auszubildende in der gesamten team neusta Gruppe.

Dass unser duales Ausbildungssystem für deutsche und natürlich bremische Unternehmen enorm wichtig ist, um die nächste Fachkräfte-Generation zu sichern, brauche ich –  glaube ich –  nicht nochmal explizit zu sagen. Es trägt außerdem dazu bei, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland zu den niedrigsten in ganz Europa zählt. Für die Politik gilt es vor allem, dieses System zu unterstützen, sodass es einen gleichrangigen Stellenwert zur akademischen Ausbildung in Deutschland bekommt. Die beiden Systeme stehen zunehmend in Konkurrenz um die Schulabgängerinnen und Schulabgänger.

Laut dem aktuellen Berufsbildungsbericht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) herrscht immer noch ein großes Passungsproblem auf dem Ausbildungsmarkt – es gibt viele unbesetzte Ausbildungsstellen und auf der anderen Seite viele Ausbildungsplatzsuchende. Das zeigt sich auch in Bremen und Bremerhaven. Hier gab es Ende Juni 2018 noch 1700 unbesetzte Ausbildungsplätze. Daneben konnten bisher 2000 Bewerberinnen und Bewerber keinen Ausbildungsplatz finden.

Auch hier zeigt sich mal wieder: Politik und Unternehmen müssen an einem Strang ziehen. Welche Fähigkeiten sind für ausbildende Organisationen branchenübergreifend wichtig? Da fallen mir als Erstes Selbstständigkeit, strukturiertes Arbeiten, Durchhaltevermögen, eigene Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen ein. Wie kann das Schulsystem diese ausbilden und fördern? Sicherlich nicht in starren Lehrplänen ohne Praxisbezug. Eine Profilierung von Oberschule und Gymnasium hin zur dualen Ausbildung bzw. einer akademischen Ausbildung wäre daher sinnvoll, um die für die jeweiligen Wege notwendigen Kompetenzen gezielt zu fördern. Denn auch bei Studierenden hapert es: Wir haben erst vor kurzem durch eine Studie gesehen, dass es Bremer Abiturienten an Studierfähigkeit mangelt. Vor diesem Hintergrund habe ich auch die Frage aufgeworfen, ob das sogenannte „Turbo-Abitur“ (siehe Blogbeitrag vom 23.7.2018, Back to the future) wirklich sinnvoll ist oder ob wir unseren Kindern nicht ein Jahr mehr Zeit lassen sollten, um einerseits ihre Persönlichkeit zu entwickeln, um andererseits in den Schulen aber auch mehr Zeit für Berufsbildung zu haben.

Unternehmen müssten auf der anderen Seite Praxis-Anforderungen noch transparenter machen, Ressourcen zur Verfügung stellen, um die Zusammenarbeit mit Schulen zu intensivieren, für eine gewisse Durchlässigkeit zwischen Schule und beruflicher Ausbildung sorgen.

Es wären noch 100 Maßnahmen auf beiden Seiten zu nennen. Für mich ist das ein spannendes zukunftsweisendes Thema, welches uns in den kommenden Jahren beschäftigen wird und sollte.

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