Was unternehmen wir gegen die Armut von Alleinerziehenden in Bremen?

Hallo Leute,

es gibt wirklich gute Formate und Veranstaltungen in Bremen, die wichtige Themen aufgreifen. Dienstagabend habe ich an einer Debatte der Diakonie Bremen teilgenommen. Diskutiert wurde: „Was unternehmen wir gegen die Armut von Alleinerziehenden in Bremen?“ 

Hier findet ihr den Nachbericht:

https://www.diakonie-bremen.de/aktuelles/aktuelles-details/article/debatte-was-unternehmen-wir-gegen-die-armut-von-alleinerziehenden-in-bremen.html

Natürlich spielt die Politik bei diesem Thema eine entscheidende Rolle. Es gilt, eine flexible, zuverlässige und ausreichende Kinderbetreuung sicherzustellen – auf KiTa- und Schulebene. Eine sichere Kinderbetreuung schafft doch gerade Alleinerziehenden einen Freiraum, der mindestens einen Teilzeitjob möglich macht. Ich sehe aber auch ganz klar die Unternehmen in der Pflicht, sich hier zu bewegen. Was nützt es den Eltern oder Elternteilen, wenn die Betreuung bis 16.00 Uhr gesichert ist, ich als Arbeitgeber meine Mitarbeiter aber dazu verpflichte, bis 18.00 Uhr im Büro anwesend zu sein? Bei den Jobs, bei denen es möglich ist, kann ich Home-Office-Möglichkeiten anbieten – die Technik macht es heutzutage leicht. 

Man kann Teams so zusammen setzen, dass sie ihren Dienstplan selber organisieren indem sie ihre privaten Verpflichtungen und Prioritäten gegenseitig abwägen – mit einem Geben und Nehmen. Das funktioniert. Bei team neusta funktioniert es.

Grundvoraussetzung dafür ist aber erstmal, die Türen für Alleinerziehende zum Arbeitsmarkt offener zu machen und Vorurteile abzubauen. Alleinerziehende Mütter und auch Väter arbeiten oftmals hocheffizient, sind super organisiert und strukturiert und es wäre eine vertane Chance, sie nicht zum Zuge kommen zu lassen. Aber leider haben 70% der arbeitslosen Alleinerziehenden keine abgeschlossene Berufsausbildung. Da hat die Politik in der Vergangenheit komplett versagt. Wir müssen daher natürlich auch Ausbildungs-u.Weiterbildungsangebote machen, die eben auch auf die Bedürfnisse der Alleinerziehenden Rücksicht nehmen.

Und natürlich brauchen wir eine starke Wirtschaft in Bremen, um ein großes Angebot an Stellen insgesamt zu haben. Dann gibt es auch eine hohe Anzahl von Teilzeitstellen zu besetzen.

Silodenken bringt uns also nicht weiter. Politik und Wirtschaft müssen auch hier an einem Strang ziehen. Beide sind verantwortlich, um entsprechende Rahmenbedingungen für Alleinerziehende zu schaffen, um sie durch sicheres Einkommen weiter in der Mitte unserer Gesellschaft zu holen und zu halten. 

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