Zwei Städte. Ein Hafen.

Hallo Leute,

jede Woche ist zurzeit voll mit Terminen – aber vor allem auch voll mit Erkenntnissen und Begegnungen, die ich hier gerne teilen möchte.

Am vergangenen Dienstag hat mich die Initiative Stadtbremische Häfen e.V. eingeladen, an einer Fahrt auf der MS Senator teilzunehmen. Zusammen mit Vertretern der CDU-Fraktion, einigen mittelständischen Unternehmern aus der Hafenwirtschaft und Vertretern der Bremischen Hafenvertretung gab´s dabei für mich Einblicke in die Knackpunkte und Herausforderungen der Bremer Häfen.

Eigentlich sollte die Hafenlandschaft in Bremen und Bremerhaven ja ein starker und positiver Standortfaktor sein, leider wird sie aber aktuell ordentlich ausgebremst, und zwar im wörtlichen Sinn: Schlechte Straßen, marode Brücken, unvollendete Infrastrukturprojekte sorgen nicht nur dafür, dass viele von uns sich täglich mit Stau auf Bremens Straßen herumärgern müssen, sondern die Verkehrssituation in den Hafengebieten legt auch die Hafenwirtschaft lahm: Die Anfahrtswege zu den Terminals sind oftmals schwierig, die Verkehrssituation bekanntlich prekär. Lieferfristen können häufig nicht eingehalten werden, was zu zeitlichen und finanziellen Schäden für die Hafenwirtschaft – und damit verständlicherweise für viel Ärger – führt. Güterzüge, die die Ladungen zum Hafen bringen, oder vom Hafen per Schiene weitertransportieren, müssen alle über den Bremer Hauptbahnhof fahren – das ist ein richtiger Flaschenhals.

Die Unternehmer vor Ort haben sehr eindringlich klar gemacht, dass die Erhaltung der bremischen Hafenanlagen (in einem benutzbaren Zustand) die Mindest-Erwartung an die bremische Regierung ist. An Standorten wie Rotterdam und Antwerpen werden viele Investitionen getätigt. Abwicklungen gelingen durch digitale Prozesse oftmals dort viel schneller und Infrastrukturprojekte werden nicht nur beschlossen, sondern auch umgesetzt – da hinkt Bremen leider hinterher. Hier müssen wir dranbleiben, sonst schwimmen die dicken Fische irgendwann an Bremen und Bremerhaven vorbei. Es geht darum, nicht nur den Status quo zu bewahren, sondern weiterzuentwickeln.

In puncto maritime Wirtschaft konnte Bremen immer punkten. Ich fände es fatal, wenn wir diesen Standortfaktor auch noch verspielen. Der Ringschluss der A281 und die Weiterentwicklung und Fertigstellung des OTB als Schwerlasthafen sind die wichtigsten Infrastrukturprojekte, die nach wie vor auf Fertigstellung bzw. auf Baubeginn warten. Wenigstens bei diesen beiden Vorhaben endlich aus der Warteschleife rauszukommen, wäre aus meiner Sicht ein guter Anfang!

 

Share This